Traumatherapie · nach DBT-PTBS

Traumatherapie bei komplexer PTBS

Belastende oder traumatische Erfahrungen können tiefe Spuren hinterlassen und das Erleben, Denken, Fühlen und Handeln nachhaltig beeinflussen. Insbesondere nach wiederholten oder lang andauernden Traumatisierungen – etwa durch emotionale Vernachlässigung, körperliche oder sexuelle Gewalt, Missbrauch, emotionale Entwertung, Bindungstraumata oder andere schwerwiegende Belastungen – können komplexe Traumafolgestörungen entstehen.

Anders als bei einer einzelnen traumatischen Erfahrung entwickeln sich die Folgen einer komplexen Traumatisierung häufig über viele Jahre hinweg und prägen oftmals das Selbstbild, die Emotionsregulation und die Gestaltung von Beziehungen. Viele Betroffene berichten von dem Gefühl, dauerhaft unter Anspannung zu stehen, sich selbst stark zu kritisieren oder Schwierigkeiten zu haben, anderen Menschen zu vertrauen.

Typische Beschwerden können sein

wiederkehrende belastende Erinnerungen, Flashbacks oder Albträume
intensive Angst, Scham-, Schuld- oder Ohnmachtsgefühle
anhaltende innere Anspannung und Übererregung
emotionale Überforderung oder das Gefühl, überwältigt zu werden
Dissoziation, innere Leere oder Entfremdungserleben
Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und zu vertreten
Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen
ein negatives Selbstbild und ausgeprägte Selbstkritik
selbstschädigende Verhaltensweisen oder belastende Bewältigungsstrategien
depressive Symptome, Ängste oder psychosomatische Beschwerden

Viele Betroffene haben über Jahre hinweg Strategien entwickelt, um mit den Folgen traumatischer Erfahrungen umzugehen. Diese Bewältigungsmechanismen waren häufig ursprünglich hilfreich und dienten dem Schutz vor überwältigenden Belastungen. Im späteren Leben können sie jedoch zu zusätzlichem Leidensdruck führen und die Lebensqualität erheblich einschränken.

Was ist DBT-PTBS?

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie für Posttraumatische Belastungsstörungen (DBT-PTBS) wurde von Martin Bohus und seinem Team speziell für Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen entwickelt. Das Verfahren basiert auf wissenschaftlich gut untersuchten Methoden und verbindet Elemente der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) mit modernen traumatherapeutischen Ansätzen.

Ein wesentliches Merkmal der DBT-PTBS ist die Kombination aus Stabilisierung, Emotionsregulation und gezielter Traumabearbeitung. Die Therapie verfolgt das Ziel, traumatische Erfahrungen nicht nur zu verstehen, sondern deren belastende Auswirkungen nachhaltig zu reduzieren und neue Handlungsspielräume zu schaffen.

Dabei wird davon ausgegangen, dass viele aktuelle Schwierigkeiten nachvollziehbare Folgen früherer Erfahrungen sind. Die Therapie betrachtet diese Reaktionen nicht als persönliches Versagen, sondern als erlernte Anpassungsleistungen an außergewöhnlich belastende Lebensumstände.

Ablauf der Therapie

1

Umfassende Diagnostik und individuelle Behandlungsplanung

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine ausführliche diagnostische Abklärung. Dabei werden die aktuelle Lebenssituation, bestehende Beschwerden, frühere Belastungen sowie persönliche Ressourcen berücksichtigt. Gleichzeitig werden individuelle Therapieziele entwickelt und die Grundlagen für eine vertrauensvolle therapeutische Zusammenarbeit geschaffen.

Eine sorgfältige Diagnostik ermöglicht es, die Behandlung an die persönlichen Bedürfnisse und die jeweilige Symptomatik anzupassen.

2

Stabilisierung und Aufbau von Sicherheit

Ein zentraler Bestandteil der Therapie besteht zunächst darin, ausreichend Stabilität und Sicherheit aufzubauen. Traumatische Erfahrungen führen häufig dazu, dass Gefühle sehr intensiv erlebt werden oder scheinbar unkontrollierbar erscheinen. In dieser Phase werden Fertigkeiten vermittelt, die dabei helfen können,

intensive Emotionen besser zu regulieren
innere Anspannung zu reduzieren
Dissoziation frühzeitig zu erkennen
Krisensituationen sicher zu bewältigen
Grenzen wahrzunehmen und zu setzen
Selbstfürsorge zu stärken sowie Ressourcen und persönliche Stärken zu aktivieren.

Ziel dieser Behandlungsphase ist es, einen sicheren Umgang mit belastenden Gefühlen und Erinnerungen zu entwickeln und die Voraussetzungen für die weitere therapeutische Arbeit zu schaffen.

3

Traumabearbeitung

Erst wenn ausreichend Stabilität erreicht wurde, beginnt die gezielte Bearbeitung traumatischer Erinnerungen. Dies geschieht schrittweise und in einem angemessenen Tempo.

Im Mittelpunkt steht die Verarbeitung der traumatischen Erfahrungen sowie der damit verbundenen Bewertungen und Überzeugungen. Viele Betroffene tragen belastende Gedanken über sich selbst in sich, beispielsweise Schuldgefühle, Scham oder die Überzeugung, wertlos, schwach oder verantwortlich für das Erlebte zu sein.

Durch die traumatherapeutische Arbeit können diese Überzeugungen überprüft und verändert werden. Gleichzeitig wird die emotionale Belastung der Erinnerungen reduziert, sodass traumatische Erfahrungen zunehmend als Teil der eigenen Lebensgeschichte betrachtet werden können, ohne das aktuelle Leben ständig zu bestimmen.

4

Integration und Neuorientierung

Mit fortschreitender Verarbeitung traumatischer Erfahrungen entsteht häufig mehr Raum für persönliche Entwicklung, Beziehungen und individuelle Lebensziele. In dieser Phase stehen Fragen im Vordergrund wie:

„Wer möchte ich heute sein – unabhängig von dem, was ich erlebt habe?“
„Welche Werte und Ziele sind mir wichtig?“
„Wie können Beziehungen sicherer und erfüllender gestaltet werden?“
„Wie lässt sich ein selbstbestimmter Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte entwickeln?“

Die Integration traumatischer Erfahrungen bedeutet nicht, das Erlebte zu vergessen. Vielmehr geht es darum, dass die Vergangenheit ihren beherrschenden Einfluss verliert und das Leben wieder stärker nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestaltet werden kann.

Ziele der Therapie

Die Behandlung verfolgt das Ziel, die Folgen traumatischer Erfahrungen nachhaltig zu reduzieren und die psychische Gesundheit langfristig zu stärken. Dazu gehören insbesondere:

Verringerung von Flashbacks, Albträumen und belastenden Erinnerungen
Verbesserung der Emotionsregulation
Reduktion von Scham-, Schuld- und Angstgefühlen
Stärkung von Selbstwert und Selbstakzeptanz
Förderung von Selbstmitgefühl
Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen
Entwicklung eines sicheren Umgangs mit Belastungen und Krisen
Verringerung selbstschädigender Verhaltensweisen
Stärkung von Selbstbestimmung und Lebensqualität

Ein geschützter Rahmen für Veränderung

Die Auseinandersetzung mit traumatischen Erfahrungen erfordert Mut, Zeit und einen sicheren therapeutischen Rahmen. Traumatherapie bedeutet nicht, belastende Erinnerungen möglichst schnell zu durchleben. Vielmehr erfolgt die Behandlung strukturiert, ressourcenorientiert und angepasst an die individuelle Belastbarkeit.

Ziel ist es, neue Wege im Umgang mit den Folgen traumatischer Erfahrungen zu entwickeln, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und langfristig mehr innere Stabilität, Sicherheit und Lebensqualität zu erreichen.

In Ihrem Tempo, in einem sicheren Rahmen.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass dieser Weg zu Ihnen passt, lade ich Sie zu einem unverbindlichen Erstgespräch ein.

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